Irrtümer, die sich ewig halten……

Das Erstgespräch beim Rechtsanwalt ist nur und ausschließlich dann  k o s t e n f r e i, wenn es a ) ausdrücklich vorher vereinbart wurde oder  b) der Rechtsanwalt eine kostenlose Erstberatung angeboten hat. Denn auch im Rahmen der Erstberatung erbringt der Rechtsanwalt bereits eine Leistung, die nach dem Tarif abgerechnet werden kann – selbst bei Telefonaten, Recherchen im Firmenbuch, Grundbuch usw.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, die erste Anfrage, die erste anwaltliche Auskunft oder das erste Informationsgespräch sei jedenfalls kostenfrei. Sei es per Brief, Email oder in einer kurzen mündlichen oder telefonischen Konferenz. Dies ist umso bemerkenswerter, weil diese Art von Kaskomentalität sich eigenartigerweise nur bei Anwälten und Notaren, Steuerberatern usw. so  manifestiert hat. Niemand käme auch nur ansatzweise auf die Idee beim Zahn – oder sonstigen Facharzt (Privatarzt) wäre die Erstordination kostenfrei. Möglicherweise umsonst aber sicher nicht gratis.

Auch der Verweis auf “ Ich hab ja eine Rechtsschutzversicherung “ ist trügerisch. In vielen Fällen ist das angesprochene Fachgebiet nicht (mit-)versichert, es fehlt also der ganze Baustein oder der Versicherungstarif bietet nur eine Pauschale von zumeist netto € 40,–/pro Monat oder gar pro Quartal für eine Anwaltsberatung. Oder der relevante Sachverhalt bzw. die Ursache des Problems stammt vor Versicherungsbeginn oder wurde in der meist – halbjährigen Wartezeit – nach Abschluss des Vertrages verwirklicht.

Bemerkenswert auch der Wunsch : „Können´s ma de Honorarnote ned umschreiben?! “ etwa um private Beratung in unternehmerische umzuwandeln, damit sie steuerlich abzugsfähig /verwertbar sind ( sowohl USt als auch ESt): Achtung an beide : ( strafrechtlich relevant sowohl die Aufforderung  des Klienten – allenfalls Anstiftung zum Steuerbetrug – als auch das Nachgeben und Erfüllen des Wunsches durch den Anwalt : uU – vollendeter, schwerer etc. Betrug, wobei der Anwalt davon nichts hat, er führt ja Umsatzsteuer ab und versteuert wohl auch das Nettohonorar!!) . Begünstigt wäre der Klient, betrogen der Fiskus!

“ I brauch ka Rechnung …“ wird wohl auch für beide ( Anwalt und Klient ) zum strafrechtlichen Stolperstein werden können ….

…… Fortsetzung folgt …..

 

 

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