wer eine Schrauben intus hat, muss schnell reagieren…

Ein Passagierflugzeug hatte nach einer (Zwischen)Landung (s)eine  Schraube  intus. Sie steckte in einem Reifen des Flugzeugs.  Der Reifen musste  jedenfalls getauscht werden, der Weiterflug verspätete sich . Die Ankunft am Zielflughafen war um 3 1/2 Stunden  verspätet .Eine Ausgleichszahlung  musste die Airline ( noch ) nicht leisten. Sie berief sich auf  höhere Gewalt bzw. auf außergewöhnliche Umstände, für die sich nichts könne und daher nicht einstehen müsse für die daraus resultierende  Flugverspätung  ( Befreiung von der Ausgleichspflicht ).

Grundsätzlich haben Fluglinien den Passagieren Ausgleich dafür zu bezahlen, wenn der Flug ( Höhe abhängig von der Distanz  ) verspätet ist oder annulliert werden muss. Auf die Buchungsklasse kommt es nicht an.  Das gilt nicht,  wenn die Flugunternehmen  nachweisen können, dass die Annullierung des Fluges bzw. die  verspätete Ankunft auf „außergewöhnliche Umstände“ zurückgeht, ( in der Regel gibt es  bis 2 Stunden Verspätung  keine Entschädigung ) die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn  alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären und sie angemessene Maßnahmen  auch ergriffen haben.

Luftfahrtunternehmen  sind aber bei Eintritt eines „außergewöhnlichen Umstands“ von der Verpflichtung zu Ausgleichszahlungen an die Fluggäste nur dann befreit, wenn ihnen der Nachweis gelingt ( Beweislast beim Flugunternehmen ) ,  dass sie die der Situation angemessenen Maßnahmen ergriffen haben, indem sie alle zur Verfügung stehenden personellen, materiellen und finanziellen Mittel eingesetzt haben, damit es nicht zur Annullierung oder zur großen Verspätung des betreffenden Fluges kommt.

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